Montag, 20. Oktober 2014

In Deinen Augen
Maggie Stiefvater

Diese Rezension bezieht sich auf die Hörbuchausgabe des Buchs.

Ich habe den dritten und letzten Teil dieser Serie mit Abstand am schnellsten von allen drei Teilen gehört. Wahrscheinlich, weil mich die Neugierde gepackt hatte und ich wissen wollte, wie es mit Grace weiter beziehungsweise zu Ende geht. 

Aber zunächst ein Satz zur Umsetzung des Hörbuchs. Ich bin sehr dankbar, dass jeder Charakter von einem anderen Sprecher gelesen wird. Das hilft ungemein bei der Orientierung und vermeidet unnötige Verwirrungen. Der Lesefluss fließt und man kann die Geschichte genießen.


Zum Inhalt (Achtung - Spoiler!): Nachdem Grace von Cole gebissen wurde und sie sich in einen Werwolf verwandelt hat, droht eine Hetzjagd alle Wölfe von Mercy Falls zu töten. Spannender geht es kaum. Während Cole einen ganz anderen Weg sucht, die Wölfe zu retten, setzt Sam alles daran, Grace in Sicherheit zu bringen. Selbst die zickige Isabel hilft ihm dabei, wo sie nur kann.

Abschließend kann ich nur sagen, dass sich mein erster Gedanke zur Trilogie vollkommen bewahrheitet hat: eine schöne Idee, die toll umgesetzt wurde und die wirklich lesenswert ist!
Ich konnte mich leider nicht so sehr für die Version der Buchausgabe begeistern, aber dafür konnte ich mit der Hörbuchvariante umso besser in die Welt von Sam und Grace abtauchen. 
Ich werde die beiden vermissen.

Kaufempfehlung? Ja!

Sonntag, 19. Oktober 2014

Dänemark Urlaub vom 06. September - 20. September 2014

Es ist nun schon beinahe über einen Monat her, dass wir in Dänemark waren, aber ich möchte Euch dennoch ein wenig davon berichten bzw. Euch ein paar Bilder zeigen. Dänemark ist ein so schönes Land - jedesmal, wenn ich dort bin, verliebe ich mich aufs Neue.

Dieses Jahr waren wir das erste Mal zu dritt (bzw. zu viert, wenn man unseren Hund Monti mitzählt) im Urlaub. Ganze 830 km von zu Hause entfernt. Die Autofahrt hat super geklappt und Baby und Hund haben während der Nachtfahrten geschlafen. 

Aber was soll ich lange drumherum erzählen? Bilder sagen so viel mehr als Worte. Daher zeige ich Euch jetzt ein paar ausgewählte Bilder aus unserem wunderschönen Dänemark Urlaub 2014.
Viel Spaß!

Die typischen Boote am Slette Strand

Jeden Tag waren wir draußen an der frischen Luft
Aussicht aus unserem Ferienhaus

Der wunderschöne Bulbjerg

Auch Schlangen haben wir viele gesehen

Der Bulbjerg von seiner anderen Seite aus fotografiert
Aussicht vom Bulbjerg Richtung Innland

Wandern in Fosdalen

Wandern in Fosdalen
Aussicht vom Lien (Fosdalen)
Autostrand in Rodhus


Samuel Koch
Zwei Leben

Nachdem ich "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes gelesen habe, musste ich unweigerlich an den wohl bekanntesten Tetraplekigers Deutschlands denken: Samuel Koch.
Er hat nach den ersten sehr schwierigen Monaten nach seinem Unfall (vor laufender Kamera bei "Wetten Das?") ein Buch über sich und seine neue Lebenssituation geschrieben. 
Ich war (und bin es noch immer) von seinem Schicksal betroffen, so dass ich mir das Buch "Zwei Leben"  gekauft und sofort gelesen habe.
Es ist ein schwieriges Buch, dass ich mit gemischten Gefühlen gelesen habe. Denn oft kam ich mir ein kleinwenig wie eine Spannerin vor (böse ausgedrückt), wenn ich in dem Buch von seinem glücklichen und erfülltem Leben vor dem Unfall erfahren habe, mit all seinen Plänen für die Zukunft und von seiner Begeisterung für Sport. Und dann, ganz plötzlich eben, ist man in diesem einen schrecklichen Moment gefangen und erfährt von Samuel, aus seiner Sicht, wie der Abend des Unfalls abgelaufen ist. Ich selbst war recht befangen, als die Stelle kam an der er von seinem Sturz erzählt. Denn wie so viele andere auch, habe ich die Bilder noch genau vor Augen, saß an dem Abend auf der Couch und schaute "Wetten Das...?", habe diesen furchtbaren Moment "miterlebt".
Doch Samuel schafft es mit seinem Buch, mich von dem Mitleid zu lösen und ihn auch von einer anderen Seite zu betrachten. Die Krankenhausaufenthalte nach dem Unfall, die Wochen in der Reha und die Umstellung für die Familie und Freunde. Samuel berichtet weitesgehend neutral über all die Veränderungen, aber er läßt uns, die Leser auch an seinen eigenen Gedanken teilhaben.
Ein ehrliches und schwieriges Buch, dass bei jedem der auch nur einen Hauch von Empathie empfindet zum Mitfühlen und Nachdenken anregt. Nachdenken auch über das eigene Leben und das man jeden Tag nutzen und genießen sollte, so wie er kommt.

Erst kürzlich habe ich auf youtube eine relativ aktuelle Reportage mit Samuel Koch gesehen. Und ich war erstaunt, wie gut es ihm geht. Aller Schwierigkeiten zum Trotz. Geholfen, alles zu überstehen und zu überleben, dass sagt er in dem Video, war ganz klar sein Glaube und die Liebe zu Gott. Ich finde es ermutigend, was Samuel in dem Video sagt und ich möchte daran glauben, dass es ihm den Umständen entsprechend gut geht.Verstehen und nachvollziehen können wir Nichtbehinderte es ja doch nicht. Mir jedenfalls fehlt dazu die Vorstellungskraft.
Ich wünsche mir für Samuel und uns allen anderen auch, dass wir immer Menschen um uns haben, die unseren Alltag bereichern, dass wir jeden Tag ein Stück Glück finden und dass wir Liebe empfangen und weitergeben.


Kaufempfehlung? Ja!

Dienstag, 24. Juni 2014

Jojo Moyes
Ein ganzes halbes Jahr

"Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes wurde im März 2013 im rowohlt POLARIS Verlag veröffentlicht. Das Buch hat 520 Seiten (eigentliche Geschichte) und im Anhang finden sich weitere wirklich interessante Informationen, u.a. ein Interview mit der Autorin Jojo Moyes und eine Leseprobe eines ihrer anderen Werke (ich beziehe mich hier auf die 15. Auflage Januar 2014).


In dem Buch geht es um Lou und Will und um ihre ganz persönliche und besondere Liebesgeschichte. Das steht auf dem Buchrücken und damit wird auch nicht zu viel verraten oder versprochen. 
Als erstes lernen wir Louisa - Lou - kennen. Sie wohnt mit Mitte/Ende 20 noch immer bei ihren Eltern zu Hause und dann verliert sie auch noch ihren Job. Durch das Arbeitsamt bekommt sie eine neue, auf sechs Monate befristete Stelle vermittelt: als Pflegekraft. Das erscheint ihr alles ein bisschen seltsam, erst recht, als sie die Stelle tatsächlich erhält und die ersten Tage gearbeitet hat. Denn Will, derjenige, um den sie sich nun zu kümmern hat, macht ihr das Leben nicht gerade leicht. Er ist zynisch, sarkastisch und gemein. Aber man kann es will nicht verübeln, denn Will sitzt im Rollstuhl und ist ab dem Hals abwärts gelähmt.

Ich persönlich habe mich direkt von Seite eins an mit dem Schreibstil und der Geschichte wohlgefühlt. Die bildliche Sprache, mit der die Autorin Orte und Menschen zum Leben erweckt ist grandios! Und auch die Gefühlswelt der Protagonistin wird wahnsinnig gut dargestellt, was ja gar nicht so einfach ist. Viele Menschen haben Schwierigkeiten, ihre eigenen Gefühle in Worte zu fassen und Jojo Moyes lässt uns an Lous Gefühlen teilhaben und sie uns nachvollziehen, wie ich es selten in einem Buch erlebt habe.
Jojo Moyes schreibt wirklich wundervoll und am Ende des Buches rate ich Euch dringend dazu, ein Paket Taschentücher bereit zu stellen. Ein so schön geschriebens Buch, mit einem so ernsten Thema als Inhalt. Mich hat das Buch und die Frage, die darin aufgeworfen wird, zum Nachdenken angeregt. Der Denkanstoß, die eigentliche Botschaft des Buches, ist das, was es von all den anderen Büchern unterscheidet, die ich in diesem Jahr bisher gelesen habe. 
Für mich war das Buch eine wahre Bereicherung.

Kaufempfehlung? Ja!

Freitag, 20. Juni 2014

Karen Perry
Bittere Lügen

Als ich das Buch in der Buchhandlung sah, gefiel mir auf Anhieb das Cover. Vor allem die Farben. Der Buchtitel machte mich auch neugierig und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, stand ich quasi schon an der Kasse. 

"Bittere Lügen", im April 2014 im Fischer Scherz Verlag erschienen, erzählt die traurige Geschichte einer jungen Familie, die durch eine Katastrophe auseinandergegrissen wird. Ein wirklich gelungenes Erstlingswerk des irischen Autorenpaars Karen Gillece und Paul Perry. Beide Autoren sind Jahrgang 1972 und leben mit ihren Familien in Dublin. 

Doch worum geht es genau in dem Buch? Bei einem heftigen Erdbeben verlieren Harry und Paul ihren einzigen Sohn Dillon. Jeder der beiden versucht auf seine Weise mit diesem Unglück fertig zu werden. Bei den kläglichen Versuchen wieder die Normalität in ihren Alltag zu bringen scheitern und Harry und Robin scheinen sie sich immer weiter voneinander zu entfernen. Und dann trifft Harry der Schlag: er ist davon überzeugt, seinen totgeglaubten Sohn in Dublin gesehen zu haben! Aber kann das sein? Dillon ist inzwischen schon mehr als fünf Jahre tot! Wer würde ihm schon glauben? Kann er sich auf sich selbst verlassen und auf das, was er glaubt, gesehen zu haben? Harry will die Wahrheit herausfinden und beginnt Recherche zu betreiben. Was er dabei herausfindet, hätte er sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorzustellen gewagt.

 
Die Geschichte ist so toll erzählt, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage durchgelesen habe. Es ist eine spannende und kluge Geschichte, die mich als frischgebackene Mutter doppelt berührt hat. Harry und Robin könnten Nachbarn von nebenan sein, sie wirken zu jederzeit real, obwohl ihnen so ein seltenes und furchtbares Schicksal widerfahren ist.

Für mich persönlich ist "Bittere Lügen" eines der besten Bücher, dass ich in der letzten Zeit gelesen habe. Zwei überraschende Wendungen ließen mich plötzlich den Atem anhalten, weil ich so gespannt war, wie es an diesen Stellen weitergehen würde.
Ob es ein Happy End? Das möchte ich nicht sagen, denn das würde zu viel verraten. Aber eines ist sicher: das Buch ist mehr als lesenswert!

Kaufempfehlung? Aber ja doch!